Gebissloses Reiten

Der Pferdesport ist eine der meist praktizierten Sportarten in den Niederlanden. Aufgrund der großen Anzahl von Pferden in den Niederlanden gibt es immer mehr Bedenken über das Wohlergehen von Pferden, zum Beispiel wenn es um die Unterbringung von Pferden und das Leben in Herden geht. Seit ein paar Jahren gibt es eine große Entwicklung im Pferdesport: das gebisslose Reiten.

Von: Petra Mensink.

Reiten ohne Gebiss
Es gibt immer noch viele Vorurteile und Annahmen über das Reiten ohne Gebiss. Es wird gesagt, dass das Reiten ohne Gebiss nicht sicher ist, dass es nicht möglich ist, ein Pferd im Einklang mit den Hilfen zu reiten oder dass es sehr speziell ist.

Man liest oft von Kontroversen; einerseits hätte man ohne Gebiss keine “Kontrolle”, weil es nicht fest und schmerzhaft genug arbeitet wie ein Gebiss, andererseits hat man Angst, die Pferdenase zu verletzen, zu beschädigen oder gar zu brechen. Die Tatsache, dass wir mit einem Gebiss dem Pferdemaul erheblichen Schaden zufügen können, wird nie berücksichtigt.

Schwachstelle
Zum Beispiel denkt niemand an das Risiko eines Kieferbruchs, obwohl der Kiefer eines Pferdes viel verletzlicher (dünner und schmaler) ist als die Nase. Außerdem ist den wenigsten bewusst, dass das Metallgebiss ohnehin im Pferdemaul drückt, stößt, zwickt oder reibt, selbst wenn man meint, mit ruhigen, sanften Händen zu reiten. Das Gebiss liegt immer auf und an den sehr empfindlichen Stellen wie der Zunge, den Lagen, den vorderen Backenzähnen, den Schleimhäuten und den Mundwinkeln und oft auch am Gaumen und den sehr empfindlichen Wolfszähnen.

Betrachten Sie es also von beiden Seiten: Wenn Sie Ihr Pferd so ungeschickt oder grob reiten, dass Sie denken, Sie könnten das Nasenbein brechen oder beschädigen, was glauben Sie, was das mit dem Maul macht, wenn Sie auf die gleiche Weise mit einem Gebiss reiten? Daneben spielt auch die Empfindlichkeit des Mundes eine große Rolle; mehr dazu können Sie im Blog Druck im Mund versus Druck auf die Nase lesen.